Pilonidalsinus

Ein Pilonidalsinus (Steißbeinfistel) ist eine chronische Entzündung im Bereich der Gesäßfalte, meist über dem Steißbein. Dabei dringen Haare in die Haut ein und führen zur Bildung kleiner Gänge oder Hohlräume unter der Haut.

Typische Symptome sind kleine Hautöffnungen in der Gesäßfalte, Schmerzen oder Druckgefühl, Rötung und Schwellung. Es kann auch zum Austritt von Sekret oder Eiter oder bei akuter Entzündung zur Abszessbildung kommen.

Als Entstehungsursache werden eingewachsene Haare verantwortlich gemacht, eine erhöhtes Risiko diesbezüglich haben Patienten mit starker Behaarung. Auch langes Sitzen,
Reibung und Schwitzen sowie Übergewicht soll die Entstehung eines Pilonidalsinus begünstigen.

Therapie des Pilonidalsinus

Die Behandlung besteht bei einem enstandenen Abszess zunächst im Sinne einer Entlastung durch eine Abszesseröffnung, welche meist in Lokalanästhesie durchgeführt werden kann.

Eine dauerhafte Beseitigung des Pilonidalsinus ist nur durch eine operative Entfernung des Fistelgewebes möglich.

Pilonidalsinusoperation

Die operative Versorgung erfolgt als ambulanter Eingriff meist in Vollnarkose.
Die Fistelöffnungen werden identifiziert, die Fistel wird dargestellt, dazu wird häufig wird ein Farbstoff eingespritzt, um die Fistelgänge sichtbar zu machen. Zur Entfernung der Fistel wird das gesamte betroffene Gewebe ausgeschnitten, dabei werden alle Fistelgänge und eingelagerten Haare entfernt.
In Abhängigkeit von der Ausprägung der lokalen Entzündung bleibt die Wunde offen oder es kann ein primärer Wundverschluss durchgeführt werden.
Bei unkomplizierten Befunden werden heute häufig minimal-invasive Verfahren wie Pit-Picking eingesetzt, während größere oder wiederkehrende Pilonidalsinus-Befunde oft mit plastischen Verschlusstechniken (z. B. Karydakis- oder Limberg-Plastik) behandelt werden.